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Biomasse-Kraftwerke
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Biomassekraftwerk: Allein in Hamburg fallen jährlich rund 800.000 Tonnen Siedlungsabfälle an, die in vier Müllverbrennungsanlagen in und um Hamburg verbrannt werden. Die Müllverwertung Borsigstraße GmbH (MVB), an der die Vattenfall Europe Waste to Energy GmbH 80% (früher HEW-Entsorgung) und die BKB AG 20% der Gesellschafteranteile hält, ist eine von ihnen. Seit 1994 werden hier mittels der bewährten Technik der Rostfeuerung im Jahr mehr als 320.000 Tonnen Abfall aus den Hamburger Haushalten \"rund um die Uhr\" verbrannt. Die so gewonnene Energie wird in Form von Dampf dazu genutzt, etwa 54.000 Haushalte mit Fernwärme zu versorgen. Dank der aufwendigen Rauchgasreinigungstechnik ist es möglich, fast alle anfallenden Reststoffe zu verwerten und in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Die hohe Effizienz der Reinigungstechnik zeigt sich auch bei den Emissionen. Die gesetzlichen Grenzwerte werden zum Teil bis zu 99% unterschritten. Ein Biomassekraftwerk (BMKW) erzeugt Strom und/oder Fernwärme bzw. besser Nahwärme durch die Verbrennung von Biomasse. Wird nur Wärme erzeugt, spricht man von Biomasseheizwerk (BMHW), wird neben Wärme auch Strom abgegeben, von Biomasseheizkraftwerk (BMHKW). Häufig besteht die Biomasse aus Holz, dann spricht man von Holz(heiz)kraftwerk (HHKW bzw. HKW). Es sind verschiedene feste Brennstoffe möglich, z.B.: Hackschnitzel (Holzspäne), in Form von unbehandeltem Frischholz aus der Forstwirtschaft oder als Altholz (oft Kunststoffbeschichtet, lackiert, oder mit Holzschutzmitteln imprägniert, z.B. Bahnschwellen; nach der Altholzverordnung eingeteilt in die vier Schadstoffklassen A I bis A IV). Da behandelte Althölzer höheren Heizwert haben (trocken, andere Kohlenstoffverbindungen) und preiswert sind (müssen ansonsten entsorgt werden), sind sie als \"Billigmacher\" in dafür zugelassenen Anlagen begehrt. Holzpellets Getreide Stroh Olivenkerne Chinaschilf Ersatzbrennstoffe: billige Reststoffe großteils organischen Ursprungs (aber oft hohen anorganischen Anteilen und Schadstoffgehalten); Beispiel: Treibsel (Schwemmholz der Küsten, oft vermengt mit anderen angeschwemmten Stoffen), Spuckstoffe aus dem Altpapier-Recycling, Sortierreste aus dem Dualen System, \"Shredderleichtfraktion\" (das sind nicht recyclingfähige Teile von Schrottautomobilen, z.B. Armaturenbretter, Sitze), Klärschlamm, Textilfasern, und vieles mehr. Biomassekraftwerk Daneben gibt es als weitere Bioenergietrager Biodiesel und Biogas, die jedoch in der Regel nicht in großen Kraftwerken, sondern als Kraftstoffe in Motoren eingesetzt werden. Biomassekraftwerk Nach dem verwendeten Brennstoff richten sich die Anforderungen der Immissionsschutzbehörden. Unbehandeltes Holz wird nach der \"Technischen Anleitung Luftreinhaltung (TA Luft)\", Altholz nach der \"17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImschV)\" genehmigt; im Einzelfall sind erleichternde Ausnahmeregelungen oder auch verschärfte Auflagen möglich. Insbesondere der Einsatz von behandeltem Altholz und Ersatzbrennstoffen stößt bei geplanten Projekten auf oft heftige Kritik von Bürgerinitiativen und Umweltschutzorganisationen. Kritisiert wird unter anderem, dass der Begriff Biomasse bei Brennstoffen mit hohen Anteilen von anhaftenden Kunststoffen (überwiegend aus Erdöl hergestellt!) mit und ohne Chlorgehalt, Imprägnierungen, sowie Schwermetallen sehr fragwürdig sei. Biomassekraftwerk Es handele sich dann eher um eine (auch noch staatlich subventionierte) Müllverbrennung. Schwierig sei auch die Kontrolle, ob in Anlagen nach TA Luft tatsächlich kein hochbelastetes Altholz verbrannt wird. Aus ökologischer Sicht fragwürdig seien Biomassekraftwerke, die nur Strom erzeugen (wegen der auf Jahre garantierten Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz) und ihre Abwärme ungenutzt in die Atmosphäre entlassen. Kritik trifft auch die Tatsache, dass aufgrund begrenzter Altholzressourcen bei gleichzeitigem Boom von Biomassekraftwerken die benötigten Mengen von immer weiter entfernten Gegenden antransportiert werden (z.B. aus Russland). Biomassekraftwerk Auch werde durch die bequeme Beseitigungsmöglichkeit kein Anreiz zur Vermeidung von schadstoffbelasteten Hölzern (z.B. Holzschutzmittelbehandelte Gartenholzprodukte) und Verwendung gleichwertiger unbelasteter Alternativen (heimische Harthölzer, Thermoholz) geboten. Insbesondere Holz(heiz)kraftwerke weisen vergleichsweise hohe Feinstaub- und Stickoxidemissionen auf. Auf Altholz-Lagerflächen für Biomassekraftwerke kam es schon öfter zu Bränden (durch Selbstentzündung, Unachtsamkeit oder Brandstiftung), wobei dann oft tagelange Schwelbrände entstehen, die wegen der Gefahr des \"Durchzündens\" schwer zu löschen sind und ungefiltert Abgase frei werden. Der Brennstoff wird in einem auf den Brennstoff abgestimmten Dampfkessel verbrannt. Die meisten Anlagen arbeiten mit Rostfeuerungen oder speziell bei größeren Anlagen auch nach dem Wirbelschichtverfahren. Biomassekraftwerk Beim Rostkessel wird der Brennstoff auf einem in der Regel mechanisch angetriebenen Rost über verschiedenen Zonen getrocknet, gezündet und verbrannt. Beim Wirbelschichtkessel wird der Brennstoff meist direkt in den Feuerraum gegeben. Die leichteren Bestandteile verbrennen im Flug, die schwereren fallen nach unten in ein Fluidisierungsmedium, meistens Sand, welcher die Verbrennung homogenisiert. Im Boden des Kessels wird Luft eingedüst, um das Brennstoff/Sand-Gemisch zu verwirbeln und es zu fluidisieren. Biomassekraftwerk Das entstehende heiße Rauchgas wird bei beiden Verfahren über Rohrpakete geleitet, in denen Dampf erzeugt wird. Der Dampf wird dann einer Turbine zur Stromerzeugung zugeführt und/oder als Fernwärme bzw. Nahwärme genutzt. Biomassekraftwerk Das Rauchgas wird in einer Rauchgasreinigungsanlage gereinigt und über einen Kamin emittiert. Die festen Verbrennungsrückstände sind je nach eingesetztem Brennstoff verschieden stark mit Schadstoffen (z.B. Schwermetalle) belastet. Holzasche unbelasteter Brennstoffe kann meist als Dünger verwendet werden, andere Brennstoffe ergeben so hohe Belastungen, dass eine Lagerung in Sondermülldeponien vorgeschrieben ist. Die Brennstoffe werden in der CO2-Bilanz als neutral bezeichnet, da sie beim Verbrennen nur das beim Erzeugen aufgenommene CO2 abgeben. Unberücksichtigt bleibt hierbei aber das bei Gewinnung, Aufbereitung und Transport emittierte Kohlendioxid, sowie das Mitverbrennen von z.T. erheblichen Anhaftungen nicht klimaneutraler Substanzen (Beschichtungen, Imprägnierungen). In Deutschland werden Biomassekraftwerke von der Politik gefördert. Biomassekraftwerk D.h., dass für die erzeugte elektrische Energie eine Mindestvergütung vorgesehen ist. Diese ist gestaffelt, so dass kleinere Anlagen eine höhere Vergütung erhalten als größere. (Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG) Diese Förderung läuft 2006 aus. Die CDU hat zur Bundestagswahl 2005 eine Umgestaltung des EEG ab 2007 gefordert (marktbezogener Grundpreis plus Bonus). Biomasse soll höher als andere erneuerbare Energien gefördert werden. Letzteres fordert auch die SPD. Eines der modernsten Biomassekraftwerke steht in Hamburg. Es hat eine Verbrennungskapazität von ca. 137.000 t pro Jahr und liefert 20 MW elektrische Energie. Biomassekraftwerk Ein weiteres Biomasseheizkraftwerk ist das Biomasse-Heizkraftwerk Ilmenau in Thüringen. In Oerlinghausen, Kreis Lippe, wurde 2005 ein Holzheizkraftwerk errichtet. Das damals größte und leistungsstärkste österreichische Biomasseheizkraftwerk steht seit 2004 im Kufsteiner Stadtteil Endach und versorgt die Stadt mit Fernwärme und liefert Ökostrom. Biomassekraftwerk Das Kraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Kufstein und der TIWAG - Tiroler Wasserkraft AG. Am 20. Oktober 2006 wurde im Kraftwerk Simmering in Wien das Blockkraftwerk 3, das bisher größte Wald-Biomassekraftwerk Europas in Betrieb genommen. Bei gleichzeitiger Abgabe von 37 MW Fernwärme kann es 24,5 MW elektrische Energie liefern In Basel ist Ende 2007 die Inbetriebnahme des größten Holzheizkraftwerks der Schweiz geplant. Biomassekraftwerk Es entsteht direkt neben der bestehenden KVA (Kehricht- bzw. Müllverbrennungsanlage) und speist Wärme ins bestehende Nahwärmenetz ein. Der Antransport des Holzes soll großteils per Bahn erfolgen. Etwa 70% Waldholz und bis zu 30% Altholzeinsatz sind beabsichtigt. Träger sind regionale Waldbesitzer und die IWB (Industrielle Werke Basel, Stadtwerke). Biomassekraftwerk
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